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Was ist ein Mingle?

Mingle oder doch nichts Festes

Mingle ist ein neumodischer Begriff und stammt vom Hamburger Trendforscher Peter Wippermann. In ihm verbinden sich die Wörter mixed und Single und beide sollen zusammen zum Ausdruck bringen, dass man sich zwar in so etwas wie einem temporären beziehungsähnlichen Zustand befindet, aber irgendwie dann weder Single, noch richtig vergeben ist. Nichts Ganzes und nichts Halbes, wie es Vertreter der älteren Generation ausdrücken würden, oder sich dann auch Jüngere die Frage nach der Unverbindlichkeit in der Liebe und dem ungezwungenen Leben stellen. Denn die Zeiten, in denen ein Kuss oder der erste Sex den Beginn einer Beziehung einläuteten, sind im heutigen Leben vorbei.

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Beziehungsstatus: Mingle – Wollen wir heute keine Verpflichtungen mehr eingehen?

So heißt der Artikel, den 2014 Isabel Tesch in der „The Huffington Post“ veröffentlichte. Darin stellt Tesch fest, dass das Mingle – Dasein von einer Unverbindlichkeit geprägt wird, die daraus resultiert, dass man zwar auf der einen Seite doch Nähe zu einem Partner sucht, aber gleichzeitig auch auf seine individuelle Freiheit als Single bedacht ist, so dass aus dieser Nähe keine ernsthafte Liebe und erst recht keine gefestigte Beziehung entstehen könne. Vielmehr finde man im Mingle – Dasein wohl eher den zwanglosen Sex als Single, als auch einige Momente von unverbindlicher Zweisamkeit, die an eine Beziehung erinnern lassen.
Doch zeichnet die Mingle – Beziehung nur das vorherrschende Bedürfnis nach Zwanglosigkeit des Single – Daseins aus? Weit gefehlt, so meint es Tesch, denn oftmals wissen die Betroffenen gar nicht, dass sie Mingle sind, da einfach die Art der Beziehung nicht geklärt ist.

Warum nicht lieber Single?

Experten sagen, dass diese ungezwungene Art der Mingle-Beziehung als heutiger Leben-Stil problematisch ist – zumindest meistens für einen von beiden. Denn oft denkt einer der Partner bereits an die wahre Liebe und wünscht sich einen klaren Beziehungsstatus, während der andere sich in Stillschweigen hüllt, die Beziehung bewusst im Unklaren lässt, um so Zeit zu haben, sich nach jemandem umzusehen, mit dem er tatsächlich eine Beziehung führen will und einfach weiterhin den unverbindlichen Sex auskostet.
Doch warum bricht man da nicht aus? Meist, so sagen Experten, ist es tatsächlich das Gefühl sich die Blöße zu geben, so dass man sich gar nicht erst traut die Art der Beziehung offen anzusprechen. Nur selbstbewusste Menschen schaffen da leichter den Absprung, da sie es als befreiend erleben aus diesem Schwebezustand auszubrechen.

Mingle: Das neumodische Leben

Ist es ein Zufall, dass diese neue Art der Beziehungskonstellation in Zeiten von Unsicherheiten auftritt? Nein, meint der Dating-Experte Eric Hegmann, der dazu attestiert, dass man heute nicht mehr zwanzig Jahre mit dem gleichen Partner mingle, beziehung, liebe single, artikel menschen 2015 wissenzusammen sei. Denn alles im heutigen Leben ist befristet – von der Arbeit, dem Wohnort etc. – warum sollte es da in der Liebe nicht genauso sein?
Zudem steht in der heutigen Zeit die Selbstverwirklichung des Einzelnen im Vordergrund. Die Gründung einer Familie ist da eher zweitrangig. „Friends with Benefits“ oder eben Mingle ist so ideal, um dennoch die Illusion von Zweisamkeit und Unverbindlichkeit aufrechtzuerhalten, wenn man sich ab und zu sieht und dann miteinander Sex hat.
Doch auch das Internet dürfte diesen neuen Trend maßgeblich mitbestimmen. War es denn noch nie so einfach wie jetzt, neue Partner per Mausklick kennenzulernen oder sich unverbindlich zum Sex zu verabreden. Bleibt zu hoffen, dass dennoch das menschliche Bedürfnis nach Akzeptanz und Liebe im neumodischen Leben nicht in Vergessenheit gerät. Denn eines sollte klar sein, nämlich, dass auch der beste Sex keine wahre Liebe ersetzen kann.